Bici, Vini e Musica – Eine Reise in die Toskana

Bici, Vini e Musica – Eine Reise in die Toskana

Sandra Wimmer

Endlich mal wieder Süden. Und das bei garantiert schönem Wetter. Nachdem unsere beiden Kurzausflüge nach Modena und dann ins Valdobbiadene sehr bzw. leicht verregnet waren, waren dieses Mal die Aussichten richtig gut. Also: Vorfreude aufs Radfahren, auf hervorragende Weine und gutes Essen und das Firenze Rocks Festival. 

Beginnen wir beim Firenze Rocks, das war eigentlich der Auslöser der Reise. Auf der Pferderennbahn im Parco delle Cascine bei sommerlichen Temperaturen waren wir dreimal hintereinander ein Live-Konzert. Wobei einmal haben wir nach 15 Minuten fluchtartig das Gelände verlassen. Nicht wegen allgemeiner Panik sondern wegen einem peinlichen Auftritt eines sogenannte „Weltstars“. Aber das will ich nicht weiter ausbreiten, denn sonst beleidige ich noch Fans von ihm…. Auf jeden Fall waren wir von Lenny Kravitz und The Cure sehr angetan.

Also zum Rahmenprogramm 😊: Nachdem uns die Weine von Fontasalice – Rocca di Cispiano bei den Verkostungen vollkommen überzeugt hatten, haben wir dort ein Appartement für drei Nächte gemietet. Die Anlage liegt in der Nähe von Castellina in Chianti, eine sehr attraktive kleine Stadt im Herzen des Chianti Classico Gebietes. Der letzte Kilometer ist etwas ruppig, klassisch Strada Biancha, wie man sie kennt. Aber dann eröffnet sich ein sehr schön renoviertes Anwesen mit mehreren Appartements, Schwimmbad, Frühstücksraum und – was herrlich ist – für jedes Appartement eine eigene Sitzmöglichkeit, weit vom jeweiligen Nachbarn entfernt. Deshalb sind wir abends dann auch nie irgendwo hin Essen gegangen. Es war einfach herrlich: eine toskanische Jause, begleitet von den wunderbaren Weinen von Lorenzo (Lorenzo Lepri ist der Weinproduzent und führt gemeinsam mit seiner Partnerin auch das Anwesen Rocca di Cispiano).

Lorenzo ist studierter Architekt, aber es hat ihn doch zurück in den Familienbetrieb gezogen, wo er mit Vater und Großvater das Weingut Fontasalice in Gambassi Terme und eben Rocca di Cispiano bearbeitet. Die Kreativität sieht man überall bei ihm. Vom Labeldesign bis hin zu den Weinen selbst. Der Chianti Classico Riserva 2020 ist mein persönlicher Favorit von ihm. Perfekt ausbalanciert und das zu einem sehr guten Preis. Natürlich, der TIBI und der MAAD sind Besonderheiten, die man sich auf Lager legen sollte. Wirklich! Hier geht`s zu seinen Weinen

Du willst die Weine probieren? Am 20. August im Zuge von 6/8 in Ehren hast Du die Gelegenheit dazu: 6/8 in Ehren.

Die schönen, waldreichen Wege mit wenig Verkehr sind ideal zum Rennradfahren. Eine Fahrt nach San Gimignano und einmal eine Runde über Radda in Chianti, beides echte Highlights. Und danach Mittagessen in Castellina in Chianti. Dann die Ruhe am Pool genießen mit der Vorfreude auf den Abend mit Wein und Jause. Ein Traum, sicherlich eine Region für eine Wein- und Radreise mit KundInnen.

Schweren Herzens sind wir nach drei Tagen weitergereist, zurück Richtung Florenz mit einem Zwischenstopp bei Malenchini Wine Estate (Villa Medicea de Lilliano) im Gebiet Chianti Colli Fiorentini. In einer alten Medici Villa mit Blick auf Florenz, welche seit 1830 der Familie Malenchini gehört, arbeitet zwischenzeitlich die 8. Generation im Weinbau und im Anbau von Oliven für Olivenöle. Neben den klassischen Chianti Weinen mit Sangiovese gibt es auch Weine von unbekannteren Reben, wie Canaiolo. Nicht nur das Anwesen und die Geschichte dazu haben uns beeindruckt, auch die Weine haben uns bereits bei den Verkostungen zugesagt und somit werden wir auch dieses Weingut in unser Programm aufnehmen.

Die restlichen Tage verbrachten wir dann in einem B&B bei zwei sehr netten Leuten, westlich von Florenz, in der Casale Asciolo in Bagna a Ripoli, Ortsteil Le Case San Romolo. Sie vermieten ein Appartement und bemühen sich sehr liebevoll um die Gäste. Fürs Radfahren ist es ein guter Ausgangspunkt, sodass wir drei wunderschöne Runden gedreht haben, zweimal über Impruneta, die Terracotta Stadt der Toskana. Heiß war es schon, der letzte Aufstieg von Bagna a Ripoli nach Case San Romolo in der Mittagshitze. Na ja, Sandra hat mal gefragt, ob ich ein technisches Gebrechen hatte, so lange hat sie auf mich warten müssen. „Nein“, musste ich ehrlicherweise zugeben. Die Wadeln konnten einfach nicht mehr schneller bei 38 Grad.

Die Nähe zu Florenz ist auch ideal, man blickt auch von hier aus auf die Stadt und kann am neu errichteten Swimmingpool gut entspannen.

Am letzten Abend haben wir dann gemeinsam mit Barbara gekocht: selbstgemachte Ravioli mit Wildschwein-Ricotta-Füllung und Wildschweinragout. Und dazu unser Gastgeschenk: den Chianti Classico Riserva von Rocca di Cispiano.

Es waren sehr schöne Tage und wir freuen uns schon, wenn wir auch die anderen, neuen Weingüter von uns besuchen dürfen. Das wird leider noch etwas dauern…

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